<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Valerius Maximus</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Valerius_Maximus"> <link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Valerius_Maximus rootpage-Valerius_Maximus skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Valerius Maximus</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Valerius Maximus</b> war ein <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">römischer</a> Schriftsteller der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts und Autor der <i><a href="Facta_et_dicta_memorabilia" title="Facta et dicta memorabilia">Facta et dicta memorabilia</a></i>, einer Sammlung historischer <a href="Anekdote" title="Anekdote">Anekdoten</a>. Er lebte zur Zeit des Kaisers <a href="Tiberius" title="Tiberius">Tiberius</a> (14–37 n. Chr.).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Über Valerius Maximus’ Leben ist wenig bekannt. Er entstammte einer armen Familie und wurde durch <a href="Sextus_Pompeius_(Konsul_14_n._Chr.)" title="Sextus Pompeius (Konsul 14 n. Chr.)">Sextus Pompeius</a>, den <a href="Consulat" class="mw-redirect" title="Consulat">Konsul</a> des Jahres 14 und späteren <a href="Prokonsul" title="Prokonsul">Prokonsul</a> der römischen Provinz <a href="Asia_(Provinz)" title="Asia (Provinz)">Asien</a>, den er im Jahr 27 in den Osten des Römischen Reiches begleitete, gefördert. Sextus Pompeius war ein <a href="M%C3%A4zen" title="Mäzen">Mäzen</a>, zu dessen literarischem Zirkel auch <a href="Ovid" title="Ovid">Ovid</a> gehörte, und ein Freund des <a href="Germanicus" title="Germanicus">Germanicus</a>, des am meisten an Literatur interessierten Mitglieds der kaiserlichen Familie.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werk">Werk</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Facta_et_dicta_memorabilia" title="Facta et dicta memorabilia">Facta et dicta memorabilia</a></i></div>
<p>Der Stil der <i>Facta et dicta memorabilia</i> deutet an, dass Valerius Maximus ein professioneller <a href="Rhetorik" title="Rhetorik">Rhetoriker</a> war. Im Vorwort gibt er zu verstehen, dass es als banale Sammlung historischer Anekdoten zum Gebrauch in Rhetorikschulen gedacht sei, mit der den Schülern die Kunst der schönen Rede durch Verweise auf die Geschichte gelehrt werden könne. Nach den <a href="Manuskript" class="mw-redirect" title="Manuskript">Manuskripten</a> war der Titel <i>Factorum et dictorum memorabilium libri novem</i> („Neun Bücher denkwürdiger Taten und Aussprüche“).
</p><p>Die Erzählungen sind lose und unregelmäßig arrangiert. Jedes Buch ist in Abschnitte aufgeteilt, jeder Abschnitt trägt als Titel das Thema (am häufigsten Tugenden und Laster oder Fehler und Schwächen), das die Geschichten im Abschnitt veranschaulichen sollen. Die meisten Erzählungen stammen aus der römischen Geschichte, aber jeder Abschnitt hat auch einen Anhang mit Auszüge aus den <a href="Annalen" title="Annalen">Annalen</a> anderer Völker, vor allem der <a href="Griechenland" title="Griechenland">Griechen</a>. Das Werk teilt deutlich die <a href="Ambivalenz" title="Ambivalenz">Ambivalenz</a> vieler römischen Autoren des <a href="Prinzipat" title="Prinzipat">Prinzipats</a>, die einerseits die zeitgenössischen Römer als degeneriert angesichts ihrer eigenen <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">republikanischen</a> Vorfahren beschreiben, andererseits eine kulturelle und moralische Überlegenheit über andere Völker – insbesondere die Griechen – postulieren.
</p><p>Die Hauptquellen des Autors sind vor allem <a href="Cicero" class="mw-redirect" title="Cicero">Cicero</a> und <a href="Livius" class="mw-redirect" title="Livius">Livius</a>, aber auch <a href="Sallust" title="Sallust">Sallust</a> und <a href="Pompeius_Trogus" title="Pompeius Trogus">Pompeius Trogus</a>. Valerius behandelt das Material achtlos und wenig intelligent, jedoch sind seine Zusammenstellungen – abgesehen von Brüchen, Widersprüchen und Anachronismen – aus der Sicht des Rhetorikers treffende Darstellungen der Umstände oder Eigenschaften, die er im Auge hat. Selbst aus dem Blickwinkel der Historiker ist Valerius einiges zu verdanken. Er benutzt oft Quellen, die heute verloren sind, und wo er seine eigene Zeit berührt, gewährt er einige flüchtige Blicke auf die vieldiskutierte und äußerst ungenügend aufgezeichnete Regierung des Tiberius.
</p><p>Seine Einstellung gegenüber dem kaiserlichen Haushalt wurde oft als allzu schmeichlerisch und darin als derjenigen des <a href="Martial" title="Martial">Martial</a> ähnlich aufgefasst. Die <a href="Reverenz" title="Reverenz">Reverenzen</a> an die kaiserliche Regierung sind de facto allerdings weder in ihrer Art noch in ihrer Anzahl außergewöhnlich. Wenige werden heute Tiberius, zieht man alle seine Handlungen als Regent in Betracht, einen Titel wie <i>salutaris princeps</i> gönnen, der früheren Generationen als Muster schamloser Schmeichelei erschien. Die wenigen Anspielungen auf <a href="Gaius_Iulius_Caesar" title="Gaius Iulius Caesar">Caesars</a> <a href="Caesarm%C3%B6rder" title="Caesarmörder">Mörder</a> und <a href="Augustus" title="Augustus">Augustus</a> reichen kaum über den konventionellen Stil der Zeit hinaus. Die einzige übertrieben kritisch wirkende Passage ist die heftige rhetorische <a href="Tirade" title="Tirade">Tirade</a> gegen den <a href="Pr%C3%A4torianerpr%C3%A4fekt" title="Prätorianerpräfekt">Prätorianerpräfekten</a> <a href="Lucius_Aelius_Seianus" title="Lucius Aelius Seianus">Lucius Aelius Seianus</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption">Rezeption</h2></div>
<p>Valerius Werk verdient hauptsächlich Beachtung als Kapitel in der Geschichte der <a href="Latein" title="Latein">lateinischen Sprache</a>. Ohne es wäre unser Blick auf den Übergang vom klassischen zum „silbernen“ Latein wesentlich schlechter. Im „Valerius“ werden in einer groben Form all die rhetorischen Entwicklungen der Zeit präsentiert, ohne die Tünche der Vernunft eines <a href="Quintilian" title="Quintilian">Quintilian</a> und nicht durch den Geschmack und Feinheit eines <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a> kultiviert. Die direkte und einfache Aussage wird gemieden und die Neuigkeit um jeden Preis gejagt. Die Grenze zwischen der Wortwahl der Poesie und Prosa wird eingerissen; es gibt geradezu monströse Metaphern; erschreckende Kontraste, dunkles Geraune und grelle Adjektive sind üblich, die unnatürlichsten Variationen werden auf einer künstlichen Klaviatur grammatischer und rhetorischer Sprachfiguren gespielt. Es ist eine aufschlussreiche Lektion in der Geschichte der lateinischen Sprache, eine Passage bei Valerius mit seinen Entsprechungen bei Cicero und Livius zu vergleichen.
</p><p>In den Handschriften des Valerius ist ein zehntes Buch überkommen, der sogenannte <i>Liber de Praenominibus</i>, eine Arbeit eines viel später zu datierenden Grammatikers.
</p><p>Die Sammlung des Valerius wurde viel in Schulen genutzt. Seine Popularität im Mittelalter ist durch eine große Anzahl erhalten gebliebener Exemplare bezeugt. Wie von anderen Schulbüchern auch, wurden von ihm Auszüge erstellt, von denen einer vollständig erhalten blieb, der den Namen Julius Paris trägt und wohl aus dem 4. oder 5. Jahrhundert stammt, sowie ein weiterer von Januarius Nepotianus. Beide Auszüge sind in den Ausgaben von <a href="Karl_Felix_Halm" title="Karl Felix Halm">Karl Felix Halm</a> (1865) und Karl Kempf (1888) enthalten. Daneben wurden die Texte auch von den europäischen Renaissance-Humanisten rezipiert. Der Leipziger Philologe <a href="Veit_Werler" title="Veit Werler">Veit Werler</a> gab die Sprichwortsammlung 1511 heraus.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<p>Für Ausgaben der <i>Facta et dicta memorabilia</i> und weitere Forschungsliteratur siehe den Artikel <a href="Facta_et_dicta_memorabilia" title="Facta et dicta memorabilia">Facta et dicta memorabilia</a>.
</p>
<ul><li><a href="Michael_von_Albrecht" title="Michael von Albrecht">Michael von Albrecht</a>: <i>Geschichte der römischen Literatur von Andronicus bis Boethius und ihr Fortwirken</i>. Band 2. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-026525-5, S. 908–916</li>
<li><a href="W._Martin_Bloomer" title="W. Martin Bloomer">W. Martin Bloomer</a>: <i>Valerius Maximus & the rhetoric of the new nobility</i>. Duckworth, London 1992, ISBN 0-7156-2437-7.</li>
<li>Ute Lucarelli: <i>Exemplarische Vergangenheit. Valerius Maximus und die Konstruktion des sozialen Raumes in der frühen Kaiserzeit</i> (= <i>Hypomnemata</i>, Band 172). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-25281-9 (zugleich Dissertation, Universität Freiburg/B. 2006)</li>
<li>Hans-Friedrich Mueller: <i>Roman religion in Valerius Maximus</i>. Routledge, London 2011, ISBN 978-0-415-51857-4.</li>
<li>Andreas Weileder: <i>Valerius Maximus. Spiegel kaiserlicher Selbstdarstellung</i> (= <i>Münchener Arbeiten zur Alten Geschichte</i>, Band 12). Edition Maris, München 1998, ISBN 3-925801-26-X (zugleich Dissertation, Universität München 1998).</li>
<li>Isabella Wiegand: <i>Neque libere neque vere. Die Literatur unter Tiberius und der Diskurs der res publica continua</i>. Narr, Tübingen 2013, ISBN 978-3-8233-6811-3 (zugleich Dissertation, Universität München 2012).</li></ul>
<p><b>Rezeption</b>
</p>
<ul><li>Marijke Crab: <i>Exemplary Reading. Printed Renaissance Commentaries on Valerius Maximus (1470–1600).</i> Lit, Zürich 2015, ISBN 978-3-643-90726-4</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118625969">Literatur von und über Valerius Maximus</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/118625969">Werke von und über Valerius Maximus</a> in der <a href="Deutsche_Digitale_Bibliothek" title="Deutsche Digitale Bibliothek">Deutschen Digitalen Bibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/VALEMAX.htm">Werke von Valerius Maximus</a> im <a href="Gesamtkatalog_der_Wiegendrucke" title="Gesamtkatalog der Wiegendrucke">Gesamtkatalog der Wiegendrucke</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.thelatinlibrary.com/valmax.html">Valeri Maximi factorum et dictorum memorabilium libri novem</a> (lateinisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.at/books?id=0HcVAAAAYAAJ&printsec=frontcover&dq=valerius+maximus&hl=de&sa=X&ei=GLkhU5S0MOb9ygOnkILIBg&ved=0CFEQ6AEwAw#v=onepage&q=valerius%20maximus&f=false">Sammlung merkwürdiger Reden und Thaten</a> übersetzt von Dr. Friedrich Hoffmann, Stuttgart 1828, bei Google Books</li></ul>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-p" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/118625969">118625969</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n82097560">n82097560</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/25395604/">25395604</a></span> | </div>
</div></div>
</div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-07-12" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Valerius_Maximus&oldid=257823784">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>
</body></html>